Die Photographie ermöglicht mir meine innersten Fragen und Anliegen sichtbar zu machen. Sie einzufrieren. Sie mir zu eigen zu machen.
Die Photographie ist mir eine Stütze bei der Suche nach etwas.
Verleiht dem Sprache was ich nicht in Worte zu fassen vermag und wird beweisen, dass es mich gegeben hat. 
Jenseits sämtlicher Datenträger wird bis ins unendliche in den Filmstreifen eingeschrieben sein, was mir jemals wichtig war.

6 an 6.
3 an 3.
2 an 2.

Zu der Linse an meiner Kamera gesellen sich die Linsen in meinen Augen. 
8 Stunden, zwei Prothesen. Ritual gewordenes zur Verdichtung des im inneren Entstandenen auf dem Weg nach außen.                                                                                             
Die Kamera:
Mein Freund.
Mein Gegner.
Mein Schutzschild.
Mein Sprachrohr.                                                                                                                                                                                                                     
Sekunden des Inne haltens.

Als ich im Alter von 17 Jahren zu fotografieren begann, landete ich in der darstellenden Kunst und studierte Tanz, Gesang und Schauspiel. Nach gut 10 Jahren in diesem Metier, ich tourte u.a. durch Österreich und Deutschland, beendete ich meine Laufbahn und begann wieder zu fotografieren. Ich besuchte unter anderem Seminare am fotok und Klassen für Film, Animation und Performance bei Martin Arnold und Mike Hentz an der Schule für Dichtung sowie die Photoklasse der Schule Friedl Kubelka. Ich arbeite analog, hauptsächlich schwarz/weiß, weil ich die Zeitlosigkeit und das Distanz schaffende darin schätze. Der Fokus meiner Arbeit liegt auf mir. Durch Selbstfotografie, die einer Selbstbefragung gleich kommt, versuche ich mit dem existentiellen umzugehen. Der Vergewisserung meiner selbst, in unbestimmten Zyklen, welche sich latent in den Film einschreiben. Wenn die Sekunden der Belichtung zur Befreiung werden. Wichtige Punkte sind Körper und Bewusstsein. Mittels Repros und Bewegtbild dehne ich die Grenzen des Mediums Fotografie. Ich suche mich aber auch durch das direkte Abbilden meiner selbst auf das Photopapier. Fernab von jedem Geräusch des Auslösens ist meine einzige Betrachterin das Auge von Madame Obscura. Der latente Moment wird nun einmalig und anhaltend. Getaucht in das rote Licht der Dunkelkammer ist es als stünde Zeit still. Ich bin.
Back to Top